Personenzüge zwischen Bremervörde und Stade

Regelmäßige Personenzüge zwischen Bremervörde und Stade: Reaktivierung nimmt Fahrt auf.
Der Stader Kreistag hat 2020 eine Resolution verabschiedet, um die Wiederbelebung der EVB-Bahnstrecke zwischen Stade und Bremervörde zu erreichen. Jetzt kommt offenbar Bewegung in die Sache.

Auf der traditionsreichen Eisenbahnstrecke Bremervörde – Stade sollen ab Dezember 2028 wieder regelmäßig Personenzüge im Stundentakt verkehren. Zu Mittwoch, 1. Juli ab 18 Uhr lädt die Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser GmbH (evb), Eigentümerin der Strecke, gemeinsam mit anderen Verantwortlichen interessierte Bürgerinnen und Bürger zu einer ersten zentralen Informationsveranstaltung in Deinste ein.
Die evb betreibt ein 235 Kilometer umfassendes Schienennetz im Elbe-Weser Dreieck. Dazu gehört auch die rund 30 Kilometer lange Strecke von Bremervörde nach Stade. Aufgrund des guten Streckenzustandes und des hohen Fahrgastpotenzials wird eine Reaktivierung angestrebt. Ziel der Reaktivierung ist es, den öffentlichen Nahverkehr deutlich attraktiver zu machen und die Region besser an Stade und darüber hinaus anzubinden. Künftig soll die Bahn in Bremervörde, Hesedorf, Mulsum-Essel, Fredenbeck, Deinste, Hagen, Riensförde und Stade halten. In Riensförde entsteht ein neuer Haltepunkt direkt am Bildungscampus.
Still stand die Strecke nie: Derzeit wird sie neben dem saisonalen Freizeitverkehr Moorexpress (Stade – Bremen) täglich von Güterzügen und Zubringerfahrten zur evb-eigenen Werkstatt in Bremervörde genutzt. Eine 2022 erstellte Machbarkeitsstudie, beauftragt und finanziert durch die evb sowie die Landkreise Osterholz, Rotenburg und Stade, hatte einen deutlich positiven Nutzen-Kosten- Indikator (NKI) für Bremervörde -– Stade ergeben. Damit ist es möglich, Fördermittel des Bundes für das Vorhaben zu beantragen. Insgesamt sind Investitionen von rund 22 Millionen Euro für die SPNV-bezogenen Maßnahmen vorgesehen. „Die Wiederbelebung der Bahnverbindung zwischen Bremervörde und Stade ist ein Meilenstein für die Entwicklung des SPNV und der Attraktivität der Region“, ist Kai Seefried, Landrat des Landkreises Stade, überzeugt. „Die neue Regionalbahnlinie 34 verbindet mit Bremervörde und der Hansestadt Stade zentrale Orte und schafft eine neue und verbesserte Mobilität für viele Menschen. Gerade auch für die Kommunen entlang der Strecke, die über neue Bahnhöfe angebunden werden, ist diese Entwicklung eine große Chance.“

Intensive Vorbereitungen tragen Früchte
Seit dem Startschuss im Juni 2023 hat das Infrastruktur-Team der evb in enger Abstimmung mit der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) als Aufgabenträger sowie der DB InfraGO, verantwortlich für den Anschluss in Stade, die Planungen vorangetrieben und etliche vorbereitende Maßnahmen umgesetzt. Das künftige SPNV-Angebot wird durch die LNVG bestellt und finanziert. „Die kürzlich erfolgten Einreichung des Antrags auf Förderung durch das Land ist die Grundlage für einen Förderantrag beim Bund. Auch die Unterlagen für die Planfeststellung sind eingereicht. So sind zwei wichtige Meilensteine erreicht“, erläutert Christoph Grimm, Geschäftsführer Produktion und Markt und Sprecher der Geschäftsführung der evb: „Unsere gemeinsamen Vorbereitungen mit der LNVG und mit dem Wirtschaftsministerium sind fortgeschritten. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um mit den Bürgerinnen und Bürgern in den Dialog zu gehen: Was ist geplant und wie profitiert die Region? Wie wird das Angebot aussehen und wie werden die Haltepunkte ausgestaltet?“

Am 1. Juli informieren die Geschäftsführung sowie die Infrastrukturleitung der evb vor Ort in Deinste über den aktuellen Planungsstand, den Ablauf der kommenden Jahre und die konkreten Maßnahmen entlang der Strecke. Auch Vertreter der regionalen und lokalen Politik werden anwesend sein und für Fragen zur Verfügung stehen, allen voran Landrat Kai Seefried (Landkreis Stade), der sich von Anfang an stark für die Reaktivierung eingesetzt hat.

Wann: 1. Juli 2026, 18 bis 20 Uhr
Wo: Dorfgemeinschaftshaus Deinste, Loher Weg 5, 21717 Deinste

Was konkret geplant ist
Um den regelmäßigen SPNV zu ermöglichen, sind bis zum Fahrplanwechsel 2028/29 Anpassungen entlang der evb-Strecke notwendig. Dazu zählen unter anderem:

  • Modernisierung und Neubau von Bahnsteigen entlang der Strecke in Orten wie Deinste, Fredenbeck oder Mulsum-Essel
  • Barrierefreie Zugänge für mobilitätseingeschränkte Personen
  • Ausstattung mit Fahrgastinformationssystemen, Wetterschutzhäuschen und weiterer Infrastruktur
  • Anpassungen von Bahnhofsumfeldern zur verbesserten Verknüpfung mit Bus, Fahrrad und Auto (Park+Ride / Bike+Ride – die Umfeldgestaltung liegt in der Verantwortung der Gemeinden)
  • Im Bahnhof Stade muss Infrastruktur der Deutschen Bahn (DB) angepasst werden. Die Federführung dafür liegt bei der DB.

Auch die Strecke selbst wird umfassend ertüchtigt – etwa durch neue Signaltechnik, erneuerten Oberbau sowie gesicherte Bahnübergänge.

Die nächsten wichtigen Schritte für das Projekt sind:

  • Eine erneute standardisierte Bewertung zur Überprüfung des
    Maßnahmenerfolgs, die bis Juni 2027 fertiggestellt sein soll.
  • Die Finanzierungszusage des Bundes könnte bei erfolgreicher Beendigung aller vorherigen Schritte und wenn genügend Finanzmittel zur Verfügung stehen, für Januar 2028 vorliegen.
  • Die anschließenden Bauarbeiten unter Regie der evb Infrastruktur ab März 2028 sollen bis November 2028 abgeschlossen sein.

Quelle: Landkreis Stade, Meldung vom 23.06.2026

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